Behandlung je nach Alter, klinischem Zustand und Krankheitsbild notwendig
Eine augenfachärztliche Untersuchung ist in jedem Lebensalter möglich.
Als Mutter Kind Pass 1 zählen Untersuchungstermine zwischen dem 10. und 14. Lebensmonat.

Besonders wichtig ist sie bei:
- Risikofaktoren in der Schwangerschaft oder
  während der Geburt
- fehlendem Blickkontakt ~ ab der 4. – 6. Lebenswoche
- höheren familiären Fehlsichtigkeiten
- Augenzittern oder Schielen ( gelegentlich oder ständig)
- Lidveränderungen
- Trübungen der Hornhaut oder der Pupille
- siehe Sehschule / Ablauf der Untersuchung
Dazu zählen Untersuchungstermine zwischen dem 22. und 26. Lebensmonat
Um eine drohende Sehschwäche zu erkennen und möglichst rasch einer Therapie zuzuführen, braucht es Erfahrung und eine besondere Zuwendung.
Da die Sehentwicklung eine Leistung des Gehirns ist, die sich in den ersten Lebensjahren des Kindes entwickelt, muss eine Therapie in den ersten vier Lebensjahren erfolgen, um eine Sehschwäche zu verhindern.
Je früher die Therapie begonnen wird, umso erfolgreicher wird sie sein.
Siehe Sehschule / Ablauf der Untersuchungen
Zwischenuntersuchung um zwischen Mutter Kind Pass 2 und Sehtest in der Schule mit 7 Jahren nicht zu viel Zeitraum verstreichen zu lassen.
Besonders notwendig, wenn bei MK2 Auffälligkeiten festgestellt wurden bzw. wenn dieser Untersuchungszeitpunkt entsprechend augenfachärztlich individuell empfohlen wurde.
In diesem Alter können klinische und subjektive Tests bereits sicherer durchgeführt werden.
Augenfachärztliche Kontrolluntersuchung, wenn bei einem Sehtest in der Schule Auffälligkeiten festgestellt wurden.
Oft kommt es durch den körperlichen Wachstumsschub in der Pubertät auch zu einer Größenzunahme der Augen mit entsprechend auftretender Kurzsichtigkeit (Schulmyopie).
Ein Eintropfen in diesem Alter zur Brillenbestimmung wird je nach Situation individuell durch den Arzt festgelegt.
Brillenverordnung wenn nötig.
Kontaktlinsenwunsch siehe Kontaktlinsen
Führerscheinuntersuchung/Kontaktlinsengutachten sind kostenpflichtig.
Befunderstellung je nach Ausgangssituation.
Abklärung, ob die entsprechenden Voraussetzungen dafür gegeben sind.
Weitere Überweisung an die refraktiv tätigen Zentren.
Die Dioptrienwerte bleiben in diesem Alter meist relativ stabil.
Zur eigenen Brille werden oft am Arbeitsplatz spezielle Schutzbrillen eingesetzt.
Kontaktlinsen werden je nach Tragezeit und Verwendungszweck individuell angepasst.
Durch die großteils enorm hohe optische Belastung an Bildschirmen werden auch kleine Sehfehler unangenehm.
Die verminderte Lidschlagfrequenz bei Bildschirmarbeit führt oft zu Beschwerden des „trockenen Auges“.
Die Elastizität der eigenen Linse, sich in der Nähe stärker zu biegen, lässt nach ("die Arme werden zu kurz").
Visusschwankungen treten auf.
Entscheidung, ob schon Lesebrille nötig ist?
Lesebrillen oder Computergleitsichtbrillen werden nachgefragt.
Gleichzeitig ist auch die Messung des Augeninnendrucks (Glaukom, grüner Star )ab diesem Alter besonders wichtig.
In Österreich erblinden pro Jahr ca. 1000 Menschen, davon rund 200 auf Grund eines Glaukoms.
Der grüne Star tritt bei 40 Jährigen in ca. 1-2% der Fälle auf, bei den 85 Jährigen bereits in 18% der Fälle.
Das heißt, beinahe jeder 5. Mensch ist im Alter davon betroffen.
Führerschein Klasse 2 Untersuchungen über entsprechende Formulare der Bezirkshauptmannschaften.
Als Eigenleistung kostenpflichtig.
Überprüfungen entsprechend vorgegebener Schemata (Gesichtsfeld, Dämmerungssehen, Kontrastsehen.....)
Augeninnendruckmessung siehe Text bei 45 Jahren
Zahlreiche klinische Allgemeinkrankheiten können das Auge mitbetreffen.
Die bekanntesten sind Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Medikamentennebenwirkungen ...

Eine Kontrolle des Augenhintergrundes in entsprechend festgelegten Zeitintervallen ist notwendig.
4-5% aller Menschen sind von Diabetes mellitus betroffen. Bei ca. 50% der Betroffenen kommt es bereits nach 5 – 10 Jahren zu Zuckerschäden am Auge.
Die eigene Linse beginnt sich meist altersbedingt einzutrüben.
Je nach Ausprägung und Aktivitätsprofil kann über den Versuch eine neue Brille anzupassen, die Operation noch etwas hinausgezögert werden.
Zwischen 65. und 75. Lebensjahr hat sich die Linse meist so weit eingetrübt, dass die Sehleistung merklich nachgelassen hat.
Eine Operation des grauen Stars wird notwendig.
Die notwendigen präoperativen Untersuchungen und die entsprechende Operationsplanung werden durchgeführt.
Die Dreierkomponentensituation des Tränenfilms (Fett / Wasser / Schleim...) verändert sich altersbedingt.
Lidfehlstellungen beginnen sich auszuwirken.
Entsprechende Tränenersatzmittel werden je nach Notwendigkeit verordnet.
Bezüglich der Sehverschlechterung wird versucht, die Ursache zu diagnostizieren und entsprechend therapeutisch zu versorgen.
Man unterscheidet trockene von feuchten Formen eines verstärkt auftretenden Alterungsprozesses an der Rückfläche (Netzhaut )der Augen.
Unter AMD (Altersbedingte Makula Degeneration) leiden ca. 20% der 65 – 74 Jährigen Patienten.
Bei den 75 – 85 Jährigen Patienten sind bereits 35% davon betroffen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung einer AMD auch das zweite Auge erkrankt, beträgt ca. 45%.
Nach entsprechenden Voruntersuchungen wird im Krankenhaus versucht, eine feuchte Form der AMD (Altersbedingte Makula Degeneration) durch Dreierinjektionsserien in das Auge zum Stillstand zu bringen.
Sind medikamentöse und therapeutisch klinische Ansätze der Augenbehandlung abgeschlossen, werden vergrößernde Sehhilfen zunehmend wichtiger.
Diese sind jedoch nicht an ein bestimmtes Alter gebunden, sondern werden individuell je nach klinischer Notwendigkeit, bereits auch entsprechend früher verordnet.
Auch ab diesem Alter sind individuell festgelegte Kontrollen weiterhin wichtig, um eine Sicherung der vorhandenen Sehleistung bis ins hohe Alter zu gewährleisten.
Dabei werden mit Hilfe der Angehörigen und der eventuell betreuenden Pflegekräfte die medikamentöse Behandlung besprochen und festgelegt.